Galerie Forum Amalienpark
schwarz – weiss – heiten
Volker Küster, Achim Niemann, Henry Stöcker


Volker Küster »Schichten«, 2019, Papiercollage


Achim Niemann »Überfahrt bei Jaros« 2007, Öl auf Leinwand, geritzt


Henry Stöcker »In Erwartung«, 2018, Gips und Metall

»Die Kunst ist nichts als die Kunst,
wir haben die Kunst,
damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.«
Friedrich Nietzsche

Die schwarz-weißen Zeichnungen, Bilder, Skulpturen und Objekte der drei Künstler Volker Küster aus Weeze, Achim Niemann und Henry Stöcker aus Berlin können in ihrer Reduktion auch als Gegenentwurf zu der uns umgebenden Bilder- und Farbenflut gesehen werden – um den Blick frei zu machen und Raum für Fantasie und Entdeckungsfreude zu schaffen.

So sind von Volker Küster Papierarbeiten ausgestellt, die im Spiel mit strengen geometrischen Formen und klaren Farbflächen entstehen, in denen er die vielfältigen Variationen der Schwarz-Weiß-Palette auslotet. Küsters Werkgruppen gehören zur konkreten/konstruktiven Kunst, Modelle für zwei- und dreidimensionale Formen werden systematisch entwickelt. Das Spiel mit Maßen und Proportionen wird durch Strategien des Zählens, Messens, Teilens bestimmt. Es entstehen komplexe, klar strukturierte, von Zufällen unabhängige Formgebilde, die in sich schlüssig und harmonisch erscheinen.

Im Unterschied dazu begegnen wir in Achim Niemann einem Maler und Bildhauer, der im vielfältig gebrochenen Farbenspiel zwischen Schwarz und Weiß, Licht und Schatten nach vergangenen Spuren und Schichten sucht, eher intuitiv und zufällig erscheinend, im Unvollkommenen das Vollkommene findet und sichtbar macht. In seinen Arbeiten, besonders sichtbar seinen formstrengen Plastiken, ist die kompromisslose Form von Zuspitzung und Verknappung deutungsoffen. »Strukturen des Gesehenen in eine Struktur des Sehens überführen« hat Matthias Flügge das genannt.

Der Bildhauer Henry Stöcker wiederum verbindet in seinen aus Gips und Metallrelikten gefertigten Skulpturen Organisches und Technisches und/oder setzt es in konflikthaften Kontrast. Seine teils archaisch, teils surreal anmutenden Skulpturen, das gebrochene Weiß des Gipses und das vielfarbige Schwarz des Metalls strahlen eine fragile Balance im Kraftvollen aus, die Stöcker selbst als »eine gewisse Akrobatik« bezeichnet, »die aber dennoch einen Klang ergibt«. Seine Zeichnungen – Vorarbeiten zu den Skulpturen – ermöglichen einen zusätzlichen Zugang zu seinem Sehen.

Wer sich auf diese verschiedenen Sehweisen einlässt, wird überrascht sein, welche neuen Einblicke in die künstlerische Wahrnehmung sich erschließen.
Dr. Helga Adler, Kuratorin

Zeichnung, Malerei, Plastik von
Volker Küster, Achim Niemann, Henry Stöcker
Ausstellung vom 18. Mai bis 22. Juni 2019
Einladung

Vernissage
Freitag, 17. Mai 2019, 19.30 Uhr
Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Laudatio: Christoph Tannert,
Künstlerischer Leiter
des Künstlerhauses Bethanien
Musik: Klaus Janek, Kontrabass

Lesung
Donnerstag, 23. Mai 2019, 19.30 Uhr
Lyrik im Maien
von und mit Richard Pietraß

Finissage
Freitag, 21. Juni, 19.30 Uhr
Ausstellungsgespräch
der Kuratorin Dr. Helga Adler
mit Achim Niemann und Henry Stöcker