Kunst zu Bettine von Arnim
Ausstellung mit Malerei, Grafik, Installation und Buchkunst
zum 150. Todestag von Bettine von Arnim
vom 10. 1. – 14. 2. 2009 in der Galerie Forum Amalienpark
»Hommage an Bettine« heißt eine Ausstellung, die bis zum 14. Februar 2009 in der Galerie Forum Amalienpark in Berlin-Pankow, Breite Straße 2 a gezeigt wird.
Sie ist Bettine von Arnim gewidmet, deren Todestag sich am 20. Januar 2009 zum 150. Male jährt.
Bettine von Arnim war Dichterin der Romantik. Doch sie verlor sich nicht in Sehnsucht und Fernweh, sondern war bereit, „herzhaft in die Dornen der Zeit zu greifen“, sich für politische und soziale Belange zu engagieren. Mit Diplomatie und Witz, mit Mut und Rollenspiel hat sie sich immer wieder neue Räume erobert. Sie hat ihre Sehnsüchte, ihre Träume, ihre Verletzungen öffentlich gemacht. Sie lebte für ihre Visionen von der „freien Entwicklung aller“.
Acht bildende Künstlerinnen - Bettina von Arnim (eine Ururenkelin der berühmten Bettine von Arnim), Barbara Beisinghoff, Ellen Fuhr, Angela Hampel, Gerda Lepke, Marlen Melzow, Liz Mields-Kratochwil und Dagmar Ranft-Schinke - haben ihre ganz eigene Beziehung zu Bettine von Arnim bildnerisch umgesetzt. Daraus ergeben sich ästhetische Widersprüche und Spannungen.
Die kleine Kaltnadelradierung der Dagmar Ranft-Schinke steht im Kontakt mit dem handgeschöpften Bachbild mit Wasserstrahlzeichnung von Barbara Beisinghoff und der raumgreifenden, spröden Skulptur von Liz Mields-Kratochwil. Intime Szenen behaupten sich neben Welterkundungen und kosmischen Dimensionen. Die Malerinnen Ellen Fuhr und Angela Hampel und die Buchkünstlerin Barbara Beisinghoff wurden durch die Literatur der Bettine von Arnim zu Bilderfindungen inspiriert. Emotionale Bewegung hat Angela Hampel in expressivem Gestus erfasst, Ellen Fuhr kombinierte Schriftzüge, Sinn- und Schattenbilder und malte ein Porträt von der jungen Bettine - wach, sensibel, lebenshungrig. In einer Vitrine liegen handgeschöpfte bibliophile Kostbarkeiten von Barbara Beisinghoff.
Die Malerin Gerda Lepke hat in ihren Siebdruckarbeiten ein Zeichen gefunden, das sowohl für die Spontaneität und die Lebendigkeit der Bettine von Arnim als auch für die Zeit der Romantik steht: „Die blaue Blume“. Marlen Melzow bezieht sich mit ihrer Blattfolge „Lust – was ist die Lust“ auf die Versuche von Bettine von Arnim, zu Goethes Faust eine Oper zu schreiben. Kraftvoll und zugleich verspielt, entwickelt sie aus dem Fluss der schwarzen Farbe szenische Abläufe. Notenbilder vermischen sich mit figurativen Szenen.
Bei der Frage, was bleibt von Bettine von Arnim, dürfte neben ihrer Lebenslust, ihrem Lebensdurst und ihren vielfältigen Anstrengungen zur Behauptung ihrer inneren Freiheit ihr soziales Engagement sein. Sie hat sich eingemischt in die Politik
In dieser Erbfolge sieht sich die in Südfrankreich lebende Malerin Bettina von Arnim. In ihren Radierungen und Collagen mit realen und surrealen Bilderfindungen stellt sie Fragen zum Zusammenleben und zur Zukunft in der menschlichen Gesellschaft, Fragen von globaler Relevanz. Sie agitiert nicht, aber sie zeigt vor: Landschaften, in denen viel zu entdecken ist. Es sind begradigte Landschaften mit Wohnsilos, Blechkarossen, Raketen und Raumkapseln. Nur Menschen sind kaum zu sehen.
Eine vielfältige, widerspruchsreiche Ausstellung, die zum Dialog einlädt.
Di., 20. Januar, 19.30 Uhr:
»Bettine von Arnim. Die Sehnsucht hat allemal Recht«*
Lesung und Gespräch mit Gerhard Wolf und der Literaturwissenschaftlerin Dr. Sonja Hilzinger
Di., 03. Februar, 19.30 Uhr: Armin Strohmeyr spricht über Bettine von Arnim und liest aus seinem Buch
»Die Frauen der Brentanos. Porträts aus drei Jahrhunderten«
Eintritt jeweils: 5 Euro, erm. 2 Euro. Voranmeldung unter Tel.030-33 02 80 95
Galerie Forum Amalienpark, Breite Str. 2a, 13187 Berlin-Pankow
Telefon/Fax: 030-33 02 80 95
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 19 Uhr, Samstag 11 – 16 Uhr
www.amalienpark.de